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Surround klingt immer schlecht, audiophil geht nur in Stereo!« Diese schlicht falsche Aussage hört man leider immer wieder. Es gibt aber eine wahren Kern, und der steckt im Detail. Zum einen klingt eine Surroundanlage nur dann wirklich gut, wenn sie korrekt installiert, konfiguriert und vor allem eingemessen ist – im Gegensatz zu einem typischen Stereo-Setup, das auch schlampig aufgebaut irgendwie noch brauchbar Musik macht. Die Arbeit bei Surround machen sich dummerweise nur die wirklich engagierten Fachhändler, die man heute schon mit der Lupe auf Google-Maps suchen muss. Das andere Problem heißt HDMI. Das »High Definition Multimedia Interface« ist in der Lage, nicht nur hochauflösende Bilder zu übertragen, es beherrscht auch hochauflösende Tonformate mit links, und das sogar mit bis zu acht Kanälen. Klingt gut und ist es in der Praxis auch, nur einen Makel hat die Sache: Das HDMI-Signal kratzt an der Grenze des Machbaren und leidet dadurch an hohem Rauschen – das wiederum macht sich als Jitter im Klang bemerkbar, wenn die Bits wieder zu Schall gewandelt werden.

Beide Themenkomplexe gehen die Denon-Entwickler mit hochgekrempelten Ärmeln mit dem Testgeräte-Duo an. Das Konzept steht bei Denon unter dem Label »eXcellence«, daher auch das »X« in der Typenbezeichnung des Surround-Receivers AVR-X4000. Dahinter verbirgt sich eine gründliche Entschlackung vieler Funktionen und eine Neugestaltung der Anwenderführung. Und die beginnt erfreulicherweise schon bei der Verpackung des Receivers: Die vierteiligen Schaumformteile lassen sich etagenweise entnehmen, damit kann die Elektronik ohne Balanceakt aus- und gegebenenfalls wieder eingepackt werden. Auch in Sachen Zubehör präsentiert Denon Neuerungen, etwa die Aufkleber zum Beschriften der Lautsprecherkabel. Deren Farbmarkierungen finden sich nun auch auf der Rückseite des Verstärkers und erleichtern damit die Zuordnung. Ferner gibt es nur noch Klemmen, die jetzt übersichtlich nebeneinander liegen. Damit bleibt einem das Gefummel in ganzen Clustern von Schraubklemmen wie früher – und noch heute bei den meisten Mitbewerbern – erspart. Überhaupt wirkt der ganze Rücken mit seinem Anschlussfeld aufgeräumt und an aktuelle, digital-betonte Anwender angepasst, analoge Anschlüsse aus der Video-Vergangenheit sind auf eine Minimalanzahl geschrumpft. Dafür bietet der Japaner nun neben sieben HDMI-Eingängen sogar drei HDMI-Ausgänge für zwei lokale Bildgeber, etwa TV und Projektor, plus eine dritte HDMI-Buchse für eine weitere Zone, etwa Schlafzimmer oder Küche. Mit dieser Batterie von HDMI-Anschlüssen reichen auch die zwei optischen und zwei elektrischen Digitalaudio-Buchsen ganz locker aus, zumal ein HDMI-Ausgang per Audio-Return-Channel (ARC) den Ton ohne zusätzliches Kabel vom integrierten Empfangsteil des Fernsehers zur Surround-Anlage bringt.

Auch die Fernbedienung räumten die Ergonomen von Denon auf. Sie bietet für eine Komponente dieser Ausstattungsklasse überraschend wenige Tasten, die aber sind so ausgewählt und angeordnet, dass im Alltag keine fehlt und man trotzdem nur selten in das Menü eintauchen muss. Was dem ernsthaften Heimcineasten jedoch fehlt, ist eine Tastenbeleuchtung. Immerhin sind die allerwichtigsten weiß kontrastiert und somit auch im fahlen Schein der Leinwand noch zu orten. Trotzdem handelt es sich bei diesem Signalgeber um eine vollständige Systemfernbedienung, mit der sich auch Blu-ray Player und TV bequem steuern lassen. Was noch zur Überarbeitung durch die Entwickler ansteht, ist die Bedienung per App. Die gibt es zwar für iOS und Android, aber nur in der Smartphone-Variante und nicht für Tablets. Auf iPad und Co. muss man das kleine Teil aufzoomen. Im Test hakte zumindest im Netzwerk des Hörraums auch die automatische Anmeldung des Verstärkers, er ließ sich aber manuell problemlos anmelden. Befindet sich der DBT-3313UD im gleichen Netzwerk, lässt er sich ebenfalls über die App steuern. Wer eine komfortablere App oder eine für Tablets optimierte sucht, wird bei verschiedenen Drittanbietern für wenige Euro fündig: Da wäre etwa die AVR-Remote für Android oder DeRemote für iPad zu nennen.

Der Receiver verbirgt unter seiner Klappe nützliche Tasten zur Steuerung des Geräts ohne Fernbedienung sowie die nicht permanent benötigen Anschlüsse für HDMI, USB-Geräte oder -Speicher, Kopfhörer, Analog-Audio und -Video und das Einmessmikrofon.
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