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Im ersten Durchgang probierte i-fidelity eine klassische 5.1-Konfiguration ohne den Einsatz des Bassmanagements, alle Lautsprecher und der Subwoofer wurden also ungefiltert angesteuert. Und siehe da, wenig überraschend: Es klang fast wie erwartet. Fein, präzise, speziell im Mittel- und Hochtonbereich wunderbar zeitrichtig und detailliert, anspringend und ohne jede Lästigkeit und schon gar nicht aggressiv. Das galt insbesondere für mehrkanalige SACDs und DVD-Audios mit hoher Bandbreite wie Pink Floyds »Dark Side Of The Moon« und selbst so dynamisch Anspruchsvolles wie die »XXL« der Big Phat Band. Aber auch die sensationellen Klassik-Blu-rays des norwegischen Labels 2L mit bis zu 192 Kilohertz Samplingrate entwickelten eine seidenweiche, detailreiche und tiefe Darstellung, wie das nicht viele Lautsprecher dieser Preisklasse zustande bringen. Was je nach Aufnahme ein wenig fehlte, waren allenfalls etwas Körper und Kontur im Bass. Und beim lauteren Hören stieß der Center als Erster an seine Grenzen.

Das Niveau wird angezogen

Im zweiten Durchgang bremsten die Tester per Bassmanagement zunächst den Center unter 60 Hertz und lenkten dessen Bass auf den Woofer um. Nun spielte dieser, befreit von den langwelligen Anteilen der Musik mit ihren großen Membranhüben, deutlich befreiter und einfach kerniger. Es geht eben speziell im Bass nichts über eine gute Aktivlösung mit großer Membranfläche. Auch schien der Center nun mehr wie die linken und rechten Lautsprecher zu klingen. Überraschend wirkte der Subwoofer so, als stamme er aus einer höheren Klasse als die Ikon-Vollbereichslautsprecher. Er spielte ungeheuer trocken und präzise, ohne dabei knöchern zu werden, bot auch sehr tiefen Bass noch mit dezentem Druck und war bei pralleren Lautstärken sogar leicht im Laminat des Kinos zu spüren. Sein Gehäuse indes ließ sich auch bei harter Arbeit der Membran nicht aus der sprichwörtlichen Ruhe bringen. Das nennt man auch perfekte Verarbeitung. Bei Musik geht der Sub auch locker die Pegel übrigen Lautsprecher mit. Allerdings verführt seine Qualität und Potenz dazu, auch die anderen Boxen im Bass zu entlasten und diesen auf den Sub zu bündeln. Nun kam der Würfel schon eher ins Schwitzen, geriet aber nie in Bedrängnis, nicht einmal bei Partylautstärke.

Mit dem Ikon-Subwoofer bekommt das Quintett das korrekte akustische Fundament. Wichtig ist allerdings die korrekte Einstellung am Steuergerät.

Anspruchsvolles Heimkino

Ein etwas anderes Bild zeigten die Ikons bei Filmwiedergabe. Klar, bei musik- und dialoglastigen Filmen spielten sie die gleichen Qualitäten aus wie bei reiner Musikwiedergabe. Dreht aber ein actionlastiger Soundtrack im Blu-ray Player, dann sollte man dringend entweder sensibel auf die Lautstärke achten oder besser wirklich per Bassmanagement im Verstärker den Bass auf den Subwoofer umlegen. Beim ersten Versuch mit scheinbar harmloser Zimmerlautstärke (-30 Dezibel unter THX-Referenzpegel) und ungefilterten Lautsprechern konnte nur der reaktionsschnelle Griff zum Lautstärkeregler verhindern, dass die Tieftöner der Ikon 5 Mk2 gemeinsam mit dem Raumschiff »Serenity« zu Bruch gehen.

Die subsonischen Anteile des Soundtracks auf allen Kanälen machten überdeutlich, dass Dalis Entwickler auf ein Subsonic-Filter in den Frequenzweichen verzichtet haben. Im Bass und in Sachen Grobdynamik stellen Filmsoundtracks nun einmal eine um locker eine Zehnerpotenz höhere Anforderung an Elektronik und Mechanik als dynamische Musikaufnahmen. Aber genau für solche Zwecke gibt es ja in jedem AV-Verstärker das Bassmanagement. Nach verschiedenen Versuchen pendelten die Tester zwischen 60 und 80 Hertz Trennfrequenz. Der Ikon Sub zeigte sich zwar überdurchschnittlich potent, aber mit der Last des Basses von fünf Kanälen plus dem LFE-Effektkanal muss er doch mächtig schuften. Wer gerne laut Filme schaut, der belastet nun also den Subwoofer ganz gehörig und sollte über einen zweiten Ikon Sub nachdenken.

Immer locker bleiben

Auch bei der Filmwiedergabe begeisterte die Tester die generelle Mühelosigkeit und Unangestrengtheit im Klangbild der Dalis. Kristallklare Höhen ohne jede Schärfe oder Übertreibung, aber mit fein fokussierten Details sprechen für die Kalotten-/Bändchen-Kombination. Und auch der Mitteltonbereich passt sich dem perfekt an und sprüht vor Impulsivität ohne jede Übertreibung – da ist es egal, ob es sich um einen Pistolenschuss oder einen Klavieranschlag handelt. Einzig etwas mehr Substanz und Körperhaftigkeit im Klangbild wünschten sich die Tester, was aber ganz subjektiv ist, denn im Frequenzgang fehlt den Ikon Mk2 nichts. Das lückenlose 360-Grad-Panorama guter Surround-Vertonungen, das die Dalis zu Gehör brachten, gefiel dafür umso mehr.

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