• Testbericht
  • 2 6
  • Ausstattung Seite 5
  • Testergebnis Seite 6

Bescheidenheit und Zurückhaltung sind durchaus lobenswerte Tugenden. Doch es gibt auch Situationen, in denen man auf Understatement guten Gewissens pfeifen darf. Beispielsweise im Heimkino: Warum soll man hier nicht stolz zur Schau stellen, dass man die höchsten Boxen, den breitesten Flat-TV und die längste Soundbar besitzt? König der Tiere ist ja schließlich auch nicht die Feldmaus, sondern der Löwe. Die Gründe hierfür liegen eindeutig auf der Hand. Da ist jemand, der optisch und größentechnisch echt was auf dem Kasten hat. Und wenn der Löwe sein Maul aufreißt, kommt deutlich mehr heraus, als wenn sich Tante Ernas Dackel zu Wort meldet. Der Titel sei ihm also durchaus gegönnt. Im Heimkino leisten zwar mittlerweile auch die Kleinen wirklich Beachtliches. Ausgeklügelte Treiber und pfiffige Elektronik entlocken kompakten Lautsprechern mehr, als man denkt. Doch wer im Physikunterricht aufgepasst hat, der weiß, dass ein fülliger Resonanzraum naturgemäß die besten Voraussetzungen für kräftige Klänge bietet. Canton hat deshalb mit dem 90.3 ein Sounddeck mit Löwen-ähnlichen Dimensionen im Sortiment.

Das massive 2.1-Surround-System wiegt stolze 16,7 Kilo, ist 90 Zentimeter lang, 15,9 Zentimeter hoch und 30 Zentimeter tief. Das ist doch mal eine Hausnummer. Erhältlich ist der Block in Lackweiß seidenmatt, Lackschwarz seidenmatt und Schwarz high gloss, also glänzend. Beim Herausholen des Klangklotzes aus seinem Karton merkt man sofort: Hier hat man sich keinen Stubentiger, sondern einen ausgewachsenen Panthera leo, also einen Löwen, ins Haus geholt. Einziger Unterschied: Während die Wildkatze auf vier Pfoten im Rudel lebt, kommt der DM 90.3 als Einzelgänger bestens zurecht. So viel sei schon hier verraten: Auf das Zusammenspiel mit anderen Schallwandlern kann der Canton getrost verzichten.

Der Lautsprecher besteht aus einem massiven MDF-Gehäuse, das Körperschallschwingungen im Keim erstickt. Im Inneren hat der hessische Hersteller aus Weilrod eine 300-Watt-Digital-Endstufe mit Zweiwege-Lautsprecher- und Bassreflexsystem versteckt. Hinter der Frontblende aus Metall erkennt man vier zentrale 110-Millimeter-Subwoofer aus Aluminium sowie zwei Mitteltonchassis jeweils außen an der Gerätefront. Auch bei diesen hat Canton auf verwindungssteifes Leichtmetall vertraut. Mehr Tiefgang erzielen die Bässe durch einen auf der Gehäuserückseite eingelassenen Tunnel – ein Trick, der die Effektivität steigert, ohne das Gehäusevolumen zu vergrößern. Auf der Box können Flachbildfernseher bis zu einem Gewicht von 40 Kilogramm thronen. Stellvertretend für die hochwertige Verarbeitung des Sounddecks stehen die gebrochenen Kanten und die samtig-weiche Oberfläche (Ausführung seidenmatt) – haptisch ein Genuss. Ebenfalls positive Emotionen im Heimkino weckt die in die Front integrierte blaue LED-Anzeige. Ein Luxus, auf den manch anderer Mitbewerber verzichtet.

  • Testbericht
  • 2 6
  • Ausstattung Seite 5
  • Testergebnis Seite 6