• Seite 1
  • 2 7
  • Labor Seite 6
  • Testfazit Seite 7

Liest man die Anzeigen der einschlägigen HiFi- und Heimkino-Anbieter, könnte man meinen, AV-Receiver über 1.500 Euro müssten unverkäuflich sein. Schließlich haben selbst hartgesottene Hersteller wie Pioneer und Denon, die früher ihren Ruf durch highendige und teure Receiver begründeten, keine größeren Modelle mehr im Portfolio. Die Strategen bei Arcam müssen also entweder komplett neben der Spur laufen oder doch einen Markt sehen, den andere aus den Augen verloren haben.

Auf dem Papier jedenfalls wirkt der Arcam AVR750 vergleichsweise unspektakulär und kann weder durch seine Leistungsdaten noch den Feature-Katalog seinen Preis von immerhin fast 5.000 Euro rechtfertigen. Eher das Gegenteil scheint der Fall zu sein, denn was da eingebaut wurde, steckt bereits in Japan-Geräten für unter 1.000 Euro. So bietet der Engländer »nur« sieben Endstufen. Auch die Zahl der Ein- und Ausgänge liegt eher im Mittelmaß, was aber bereits eine großzügige Bestückung bedeutet, und zwar bei Bild und Ton, analog und auch digital. Die immerhin sieben HDMI-Eingänge sollten für aktuelle Anlagen auch reichen, zumal auch die wichtigsten neuen Funktionen unterstützt werden wie etwa der Audio-Return-Channel (ARC), mit dem der Ton des im TV eingebauten Receivers ohne Extrakabel in den Arcam gelangt, und es werden auch schon Ultra-HD-Auflösungen verwaltet. Im Gegensatz zu früheren Arcam-Verstärkern arbeitet in der Digitalsektion sogar ein vollständiger Video-Prozessor und Scaler, der auch Signale von analogen Eingängen verarbeitet und gegebenenfalls ein Tuning der Bildsignale zulässt. Die Video-Verarbeitung lässt sich aber zugunsten von Original-Qualität und kürzeren Umschaltzeiten auch abschalten, das HDMI-Board ist dann lediglich ein neutraler Switcher. Gut gemacht.

Auch an anderer Stelle gibt sich der AVR750 im Vergleich zu seinen günstigeren Konkurrenten vergleichsweise bescheiden, etwa was die Zahl der Tasten auf der Front angeht, und es ist auch kein Schaltpult oder Steckbrett unter einer Klappe verborgen – ganz nach dem Motto »What you see is what you get«. Dafür gibt es für Stromsparer einen richtigen Netzschalter auf der Front. Hier herrscht überhaupt eine Übersicht, die ihrem Namen Ehre macht, und es gibt gerade mal die Büchslein für Kopfhörer und Einmess-Mikrofon. Das wirkt erholsam überschaubar. Und getreu der Maxime »Das Design ist am besten, wenn man nichts mehr weglassen kann, bevor etwas fehlt« sind die Tester der Meinung, dass die Entwickler nur eine winzige Spur über ihr Ziel hinausgeschossen sind, denn es fehlt eine Stand-by-Taste. Entweder man schaltet das Gerät also mit dem Hauptschalter ganz aus oder man versetzt es mit der Fernbedienung in den Stand-by-Modus. Das ist schlicht eine Sache der Gewöhnung.

  • Seite 1
  • 2 7
  • Labor Seite 6
  • Testfazit Seite 7