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Heimkino-Feinschmeckern läuft allein beim Namen der Edelschmiede Arcam das Wasser im Mund zusammen. Seit 1976 bauen die Briten unter anderem Musiksysteme und Lautsprecher, die sich sehen und hören lassen können. Nicht zuletzt Käufer eines AV-Receivers wussten bislang aber auch: Qualität hat ihren Preis. Allein weil der Geldbeutel nicht mitspielte, erfüllte sich deshalb nicht für jeden Homecineasten der sehnliche Wunsch, sich einen Arcam-Boliden nach Hause zu holen. Mit dem AVR390 soll dies anders werden. Denn das neue 7.1-Modell will ab sofort erstmals auch im unteren Preissegment auf Kundenfang gehen. Der AVR390 ermöglicht für 2.400 Euro den vergleichsweise günstigen Arcam-Einstieg in die Welt der AV-Receiver und ist der kleine Bruder der teureren AVR550 und AVR850.
 
Trotzdem erhalten Käufer eine voll ausgestattete Steuerzentrale mit Vorstufe und Anschlüssen wie in den Topmodellen. Markantester Unterschied ist der Einsatz eines Schnittbandtrafos im Gegensatz zu einem Ringkerntrafo. Letzterer liefert zwar eine bessere Leistungsausbeute, spielt dafür preislich aber in einer ganz anderen Liga. Abgesehen von diesem Detail ist der AVR390 ein echter Arcam. Dazu gehören die lange Garantiezeit von fünf Jahren und das Einmess-System Dirac Live, das zu den aufwendigsten und leistungsstärksten im Markt gehört und die Klangeigenschaften der Lautsprecher perfekt an die heimischen Gegebenheiten anpasst. Eine gute Figur macht der neue Mehrkanal-Receiver dank seiner Anthrazit-farbenen Front in jedem Wohnzimmer.

Satte 15,7 Kilo wuchtet das Gerät mit den Abmaßen 43,3 x 42,5 x 17,1 Zentimeter auf die Waage. Oben, unten und seitlich sitzen dezente Öffnungen zum Luftaustausch. Vier bis fünf Zentimeter sollte man dem Nachfolger des AVR380 an allen Seiten Raum lassen, um eine ordentliche Wärmeabfuhr zu gewährleisten und die Elektronik nicht ins Schwitzen zu bringen. Die Gerätevorderseite ist extrem aufgeräumt. Ein zentraler Lautstärkeregler, dazu zehn Bedientasten, der Power-Knopf, Kopfhörer- und AUX-Buchse, fertig. Der grüne Schriftzug des Displays lässt sich hervorragend ablesen und in zwei Helligkeitsstufen dimmen. Notfalls kann es auch komplett deaktiviert werden, um im Heimkino jede zusätzliche Lichtquelle zu eliminieren. Für die komfortable Bedienung besitzt der Steuerstab 55 beleuchtete Tasten. Der Signalgeber ist klar strukturiert, die Tasten sind zum Teil farblich abgesetzt und blockweise logisch angeordnet. Dank einer Lernfunktion lässt sich quasi jeder Befehl einer bereits vorhandenen Fernbedienung übertragen.

Ähnlich übersichtlich geht es auf der Rückseite des AV-Receivers zu. Hier sitzen sieben HDMI-Ein- und drei -Ausgänge, sieben Boxen-Terminals, eine USB-Buchse, vier Koax- und zwei TosLink-Anschlüsse sowie eine Ethernet-Buchse. Ins Netzwerk lässt sich der AVR390 nur per Kabel einbinden, WLAN beherrscht er ab Werk ebensowenig wie Bluetooth, er gehört damit nicht zu den multimedialen Alleskönnern. Allerdings eignet sich jeder universelle WLAN-Adapter, um die Flexibilität des Boliden nachträglich zu erhöhen. Auf einen Phono-Anschluss haben die Briten verzichtet und damit den Boom der schwarzen Vinyl-Platten ein wenig verschlafen. Zum Nachrüsten hat Arcam jedoch mit dem rPhono einen Phono-Vorverstärker für nur 500 Euro im Sortiment. Der Schriftzug »FM/DAB« signalisiert derweil, dass sich unter der schicken Hülle eine Besonderheit verbirgt: Der Arcam ist nämlich nicht nur dazu in der Lage, analoges UKW-Radio zu empfangen, sondern er pflückt auch Radiokanäle über den digitalen Übertragungsweg DAB+ vom Himmel herunter. Digitalradio bietet einen rauschfreien Empfang und je nach Wohnort auch ein größeres Senderangebot. Eine Wurfantenne gehört zum Lieferumfang.

Für unterschiedliche Boxen-Setups ist der Mehrkanal-Receiver mit sieben Endstufen ausgelegt. 7.2- oder auch 5.2.2-Konfigurationen lassen sich realisieren. Wer allerdings ein 7.1.4-Lautsprechersystem mit vier Höhenlautsprechern umsetzen will, muss auf die Dienste einer externen 4-Kanal-Endstufe bauen.
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