Nachgefragt bei Andreas Henke, Burmester-Geschäftsführer

Er kam vor zwei Jahren von Porsche, um als neuer Burmester-Geschäftsführer sicher kein leichtes Erbe anzutreten: Andreas Henke.

01.02.2019

Gut zwei Jahre intensiver Arbeit mit seinem Team und kompetenten externen Partnern sind seither vergangen. Und die nächsten Schritte, um Burmester Audiosysteme richtig fit für die Zukunft zu machen, sind bereits eingeläutet. Was die Berliner vorhaben? i-fidelity.net hat beim Chef nachgefragt.

i-fidelity.net:   Nach unserem Eindruck steigt die Zahl von Unternehmen in der HiFi-Industrie, die ihre vorhandenen Entwicklungen zwar verwalten, aber nicht mehr im eigentlichen Sinne gestalten. Kurz gesagt Stillstand statt Fortschritt. Was tut sich denn bei Ihnen in Berlin?

Andreas Henke: Offen gesagt liegt es mir fern zu bewerten, was die »HiFi-Industrie« tut. Wir orientieren uns eher am dauerhaft begeisternden Erlebnis herausragender Produkte, wie das große Marken aller Branchen tun. Daher kann ich sagen, dass wir mit einer spannenden Mischung aus Ungeduld und Hochdruck einerseits sowie aus respektvoller Gelassenheit andererseits an der Evolution des Erbes dieser Marke arbeiten – nicht um die Asche zu bewahren, sondern um die hell leuchtende Fackel weiter in die Zukunft zu tragen. Dass davon vor Abschluss der Arbeiten nicht viel nach außen dringt, strapaziert vielleicht ein wenig die Geduld, ist letztlich aber einfach nur professionell.


i-fidelity.net:   Betrachten Sie die Bereiche »Automotive« und »Home Audio« bei Burmester nach wie vor gleichwertig?

Andreas Henke: Tun wir das denn? Sicher, was die reine Betriebswirtschaft angeht, sind beide Bereiche für uns relevant. Wurzel und Stamm des Burmester-Baumes ist und bleibt aber der Home Bereich. Dort definieren wir die Marke, dort positionieren wir uns über faszinierende und begehrenswerte Produkte und legen die Messlatte für vieles andere. Das Automotive-Geschäft (und jedes weitere künftige Geschäftsfeld) sind die Äste, das Blattwerk und die Früchte, die an diesem Baum wachsen können. Klar macht auch das viel Spaß, aber trägt ein Ast mal ein Jahr weniger oder gar nicht, steht der Stamm dennoch fest verwurzelt und vital im »home turf«.


i-fidelity.net:   Sie stellen auf der HIGH END 2019 in München erstmals nicht aus, kehren aber nächstes Jahr mit einem noch größeren Messestand zurück. Was hat Sie zu diesem Schritt bewogen?

Andreas Henke: Wir stellen uns bei Burmester in nahezu jedem Feld neu auf: Recht, Finanzen, Personal, Produkte, Geschäftsfelder, Manufaktur, Vertrieb, Marketing. Für 2019 steht als einer der Meilensteine auf diesem Weg die Neustrukturierung der Manufaktur und des Kundenerlebnisses am Standort Berlin an. Wenn dort aber »der Bagger rollt«, dann sollte nicht nebenan montiert, probegehört oder eine Messe vorbereitet werden. Wir arbeiten in drei Bauabschnitten an einer nahezu völligen Entkernung und Neugestaltung des Standorts und müssen den Fokus unter diesen widrigen Arbeitsbedingungen bis zum Abschluss der Bauarbeiten schlicht auf die wesentlichen Tätigkeiten konzentrieren: entwickeln und fertigen. Daher haben wir mit unseren Partnern bei der High End frühzeitig einen für beide Seiten guten Weg gefunden. Und 2020 wollen wir es dann wissen, wollen uns in die Herzen spielen und mit den ersten neuen Produkten aus einer neuen Manufaktur auf der Messe zeigen, dass sich das Warten – so hoffen wir – gelohnt hat. Darauf freuen wir uns alle jetzt schon!

 


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