Die Deutschen ignorieren 3D-TV

Wer hätte das gedacht: Als i-fidelity.net vor rund einem Jahr einen Artikel unter der Überschrift »3D tut weh« veröffentlichte, belehrte uns die Industrie, dass wir den wichtigsten Trend des Jahrzehnts falsch einschätzen würden. Wer Recht behalten hat, zeigt eine soeben veröffentlichte Studie, die die planlosen Marktschreier wahrscheinlich sprachlos macht.

10.08.2011

Ergebnisse der kürzlich veröffentlichten DisplaySearch Global TV Replacement Study deuten darauf hin, dass deutsche Verbraucher trotz rekordverdächtiger Steigerungsraten bei Käufen von Flachbildschirmen kaum Interesse an neuen Technologien wie etwa 3D- oder Internet-TV zeigen. Obwohl Fernseh-Neukäufe im letzten Jahr mit 24.4% im Rekordtempo wuchsen, sind diese neuen Funktionen offenbar keine Treiber für die Ersetzung.

Weniger als ein Prozent der deutschen Befragten nannten 3D-Fähigkeit als Grund beim Fernseh-Neukauf, und für gerade einmal ein Prozent spielte Internetfähigkeit eine Rolle. Internationale Spitzenreiter in beiden Kategorien sind, was nicht überraschend ist, asiatische Verbraucher: Für 6% der indonesischen Käufer neuer Fernseher war 3D der ausschlaggebende Grund, 5% städtischer Chinesen nannten Internetfähigkeit des neuen Modells als wichtiges Kaufkriterium.

»Sicherlich ist es wichtig zu wissen, wie oft Verbraucher ihre Fernseher ersetzen, allerdings ist es mindestens ebenso wichtig zu wissen, warum sie dies tun,« merkte Paul Gray, Director of European TV Research bei DisplaySearch zu diesem Thema an. »Einige der Erkenntnisse aus der Studie zeigen, dass neue Features bisher noch weniger starke Triebfedern sind, um TV-Käufe zu beschleunigen, als die Gröβe der Displays oder der Wunsch, generell einen Flachbildschirm zu erwerben.«