Marantz baut mit dem NA8005 eine Kombination aus klassischem D/A-Wandler mit USB-Audio-Eingang und einem Streaming-Player. Ausgestattet mit modernsten Wandlern und den exklusiven HDAM-Ausgangstreibern, soll er neue Klangwelten bei hohem Komfort eröffnen. i-fidelity.net hat es ausprobiert.

NA«, das steht bei Marantz für Network Audio, und der NA8005 stellt in der »kleinen« Serie das große Modell dar. Die Ausstattung gegenüber dem Vorgänger NA7004 vor und hinter den Kulissen hat sich technischen Erkenntnissen und Innovationen ebenso angepasst wie die software-seitigen Fähigkeiten. So gibt es jetzt etwa die Möglichkeit, DSD-Datenströme direkt zu verarbeiten. Auch die Streaming-Services von Spotify wurden in Form von Spotify Connect angepasst.

Beim Auspacken des NA8005 merkt man schon, dass sich hier jemand richtig Mühe mit der Hardware gegeben hat, denn für einen scheinbar schnöden Streamer ist das ein echt schwerer Brocken. Löst man die vielen kupfern glänzenden Schrauben und hebt den dicken Blechdeckel an, erkennt man schnell, woran das – mal abgesehen vom robusten Gehäuse – liegt. Allein die Stromversorgung mit dem wuchtigen gekapselten Trafo und der nach analogen und digitalen Baugruppen getrennten großzügigen Stromaufbereitung nimmt fast die Hälfte des Gehäuses ein.

Das wirkt schonmal vertrauenerweckend. Das gilt auch für die diskret aufgebauten Ausgangstreiber mit Marantz' einzigartiger HDAM-SA2-Schaltung, die mit mehr Bandbreite und einer verbesserten Stromlieferfähigkeit als die gängigen Operationsverstärker arbeiten. Auch die immerhin sechs Analog Devices ADUM1286CRZ versprechen einen sauberen Klang, weil sie die digitale von der analogen Welt elektrisch separieren.

Die Front des NA8005 ist klar strukturiert, das bernsteinfarbene Matrix-Display passt farblich zur gold-farbenen Frontplatte des Testgeräts. Die Anzeige ist dimmbar und bei vollem Tageslicht auf maximaler Stufe hell genug. Dafür ist die grafische Gestaltung der simplifizierten Informationen recht gut gelungen: Die jeweils zentralen Informationen wie der Sender- oder Titelname werden sehr groß dargestellt und lassen sich somit auch noch aus ein paar Metern Entfernung gut entziffern. Neben der Informationstafel gibt es in runder Anordnung eine Cursor- und eine Lauffunktionssteuerung. Unten findet sich eine USB-Buchse, die auch direkt und rein digital mit Apple-Mobilgeräten zusammenarbeitet und es auch erlaubt, andere Speicher (FAT16/32-Format) anzuschließen. Zu guter Letzt kann man einen Kopfhörer mit ausgewachsenem Klinkenstecker einstöpseln und dessen Lautstärke mit einem klassischen, kleinen Potentiometer analog und extrem weiträumig und dennoch feinfühlig einstellen.

Die Rückseite bietet die analogen Ausgänge als Cinchbuchsen, digitale Ein- und Ausgänge in elektrischer und optischer Form, einen asymmetrisch getakteten USB-Audio-Eingang und diverse Buchsen zur Steuerung des Marantz. Die Fernbedienung wirkt sehr aufgeräumt mit großen Tasten, die in logischen Gruppen angeordnet sind. Sind andere Marantz-Komponenten mit angeschlossen, übernimmt sie auch deren Steuerung, etwa die Lautstärkeregelung. Dann gibt es noch die Marantz Remote App, mit der sich der Streamer in allen Funktionen bequem mit dem Touchscreen des Smartphones oder Tablets bedienen lässt. Hat man die Remote App auf den NA8005 eingeschworen und per Fernbedienungskabel auch einen Marantz-Verstärker angeschlossen, lässt sich auch dessen Lautstärke einstellen.

DSD-Formate mit 2,8 oder 5,6 Megahertz

Einmal per LAN-Kabel ins Netzwerk des Hörraums eingebunden, konnte der Spaß mit dem Marantz beginnen. Als reiner D/A-Wandler machte er genau das, was man erwartet. Er spielte alle zugeführten S/PDIF-Signale bis 24 Bit und 192 Kilohertz klaglos und angenehm stressfrei. Eine Wandlung der Abtastrate oder ähnliche Interpolationen verkneift sich der Japaner auf seinen digitalen Ausgängen. Die sind interessant, wenn man einen digitalen Verstärker oder digitale Aktivlautsprecher nachgeschaltet hat. Das ist sicher ganz gut so. Die Bits werden 1:1 durchgereicht. Auch per USB-2.0-Audio zugeführte Musik klang auf Anhieb wunderbar ausgewogen und detailreich. Abhängig von den Fähigkeiten der verwendeten Software lässt dieser Eingang auch DSD-Formate mit 2,8 oder 5,6 Megahertz Abtastrate zu. Die Treiber zum Ansteuern per Mac OS oder Windows holt man sich auf der Website von Marantz ab. Auch vom direkt angeschlossenen USB-Speicher, etwa einer mobilen Festplatte oder entsprechend potenten USB-Sticks, lassen sich DSD-Dateien in beiden Raten abspielen.

Die Rückseite bietet die analogen Ausgänge als Cinchbuchsen, digitale Ein- und Ausgänge in elektrischer und optischer Form, einen asymmetrisch getakteten USB-Audio-Eingang und diverse Buchsen zur Steuerung des Marantz NA8005.

Der für viele gängigste Weg, Musik in den Streamer zu beamen, dürfte DLNA per Netzwerkkabel sein. Allein schon deshalb, weil es allen nur erdenklichen Quellen, sei es das Smartphone oder professionell ein physischer Server, erlaubt, im gleichen lokalen Netzwerk zu spielen – und das sogar in allen hohen Auflösungen. Das geht natürlich mit der Marantz-eigenen App (kostenlos für iOS und Android) recht gut, wenngleich man dort aufgrund der etwas rudimentären Implementierung beispielsweise nicht in Titeln springen oder suchen kann. Das gelang mit anderen Apps wie Plug Player, DS-Music oder BubbleUPnP problemlos. Irritierend war lediglich die Tatsache, dass bei über das Netzwerk kontrollierter Zuspielung die Laufwerkstasten auf der Front und der Fernbedienung blockiert wurden. Zum Anhalten oder Titelsprung muss man wieder die App bemühen, das ist aber eine Frage der Gewöhnung.

Klanglich bestätigte sich die sorgsame Signalaufbereitung dadurch, dass dieselbe Datei, über verschiedene Übertragungswege zugeführt, bis auf Nuancen auch identisch den Marantz verließ. Tendenziell klang AirPlay eine Spur oberflächlicher als die elektrische Signalzufuhr. Die USB-2.0-Direktzuspielung klang am geschmeidigsten und detailreichsten, aber auch hier reden wir gegenüber dem internen Abspieler oder der S/PDIF-Zuspielung von im Alltag unbedeutenden Differenzen, die möglicherweise kaum einen Blindtest bestehen würden.

Marantz zeigt klangliche Stärke

Von der analogen Ausgangsseite betrachtet, klang der NA8005 für ein Marantz-Gerät fast ein wenig nüchtern – und das ist keinesfalls negativ zu verstehen. Im Gegenteil, eine Zurücknahme eigenen Charakters lässt eben auch die Eigenschaften der Aufnahmen deutlicher hervortreten, wie man es beispielsweise von gutem Studio-Equipment erwartet. Wollte man mit Gewalt etwas zum Nörgeln suchen, wäre das allenfalls eine leichte Zurückhaltung im Grundtonbereich. Hier bildet manch anderer Wandler einen Hauch robuster ab. Stets klangen gut gemasterte Dateien in Standard-Auflösung, etwa von gerippter CD, wunderbar rund, detailreich und dynamisch. Starteten die Tester eine hochauflösende Aufnahme, blühte der Marantz nochmals auf, zeichnete den Raum noch etwas tiefer und Konturen mit feinem Stift nach. Er erreichte so schlicht ein noch etwas fokussierteres Bild der Bühne und der Atmosphäre.

Messwerte D/A-Wandler Marantz NA 8005

Verzerrungen:

Klirrfaktor (THD+N):   0,0021 %

IM-Verzerrungen (SMPTE):   0,0028 %  

IM-Verzerrungen (CCIF):  0,0009 %

 

Störabstände:

Fremdspannung (20 kHz):   -87,8 dBr

Geräuschspannung (A-bewertet):   -88,1 dBr


Wandlerlinearität:

-50 dB:   0,004 dB

-60 dB:   0,009 dB

-70 dB:   0,013 dB

-80 dB:   0,057 dB

-90 dB:   0,196 dB

 

Sonstige:

Ausgangsspannung:   2,41 V

Kanaldifferenz:   0,08 dB

Ausgangswiderstand:   120 Ω


Stromverbrauch:

Leerlauf:   15,5 W

 

Das Stamm-Menü der Marantz Remote App im Modus für den NA8005, hier auf dem iPad.
DLNA-Streaming auf den NA8005 zeigt Cover und Metadaten. Spulen oder Suchen erlaubt die App leider nicht, dafür kann man bei angeschlossenem Marantz-Verstärker die Lautstärke regeln.
Das Menü ist trotz des nur dreizeiligen Displays klar, verständlich und mit Bedienhinweisen versehen. Vorbildlich.
Gesucht und gefunden: Wer sehr viel Musik auf dem Server hat, findet mit der Suche-Funktion schneller das Album als mit endlosem Scrollen. Die Texteingabe erfolgt SMS-ähnlich mittels der Zehnertasten.
Die Metadaten sind knapp gehalten, zentral und groß ist der laufende Titel ablesbar. Die Topzeile lässt sich zwischen Künstler-, Albumnamen und Dateiformat umschalten.

Hersteller:   Marantz, Japan

Vertrieb:   Marantz, Osnabrück

Modell:   NA8005

Kategorie:   Netzwerkplayer

Preis:   1.300 Euro

Garantie:   24 Monate

Streaming Audio:   PC/Mac

DAC-Betriebsmodus:   USB B, koaxial, optisch

Asynchrone Taktung:   USB-B

USB-B DSD Audio Streaming (DoP):   DSD2.8

Internet Radio:   vTuner/Spotify Connect

AirPlay

USB-Eingang (Front):    für iPod/iPhone

DLNA zertifiziert

Datenreduzierte Formate:   MP3, WMA, AAC

Verlustfreie Formate:
   FLAC HD 192/24, ALAC 96/24, WAV 192/24

Gapless Playback


Fernbedienungs-App


Abtastfrequenz Digitaleingang:   192 kHz / 24 Bit

Ausführungen: 
  Schwarz, Silber/Gold

Abmessungen (B x H x T):   44 x 11 x 35 cm

Gewicht:   7,2 kg

Marantz Deutschland
Division of D&M Germany GmbH
Hakenbusch 3
49078 Osnabrück

Telefon:   05 41 / 4 04 66 - 0
Fax:   05 41 / 4 04 66 - 66

E-Mail:   info@marantz.de
Internet:   www.marantz.de


Schweiz

Piega SA
Bahnhofstraße 29
CH-8810 Horgen

Telefon: 0 44 / 7 25 90 42
Fax: 0 44 / 7 25 91 92
E-Mail: marantz@piega.ch

Der Marantz NA8005 ist eine digitale Schnittstelle auf der Höhe der Zeit. Die Bedienung ist simpel. Auch die Ausstattung mit iOS-optimierter USB-Schnittstelle für Mobilgeräte auf der Front und mit Digitaleingängen plus USB-2.0-Audio für Computer und periphäre Geräte wie einen DVD-Player oder Sat-Receiver auf der Rückseite, lässt nichts zu wünschen übrig. Streaming kann via AirPlay oder DLNA erfolgen, und das ist das Einfallstor für Musik heute. Internet-Radio via vTuner und per Abo-Service Spotify Connect liefern rund um die Uhr Musik aus aller Welt. Gekrönt von einer überdurchschnittlichen Klangleistung ist der NA8005 ein echtes Highlight.   Raphael Vogt

Marantz NA8005
Preis: 1.300 Euro
Garantie: 2 Jahre

TEST

D/A-Wandler:
Marantz NA8005
Autor:
Raphael Vogt
Datum:
27.10.2014
Hersteller:
Marantz