Marantz' neuester Universalplayer UD7007 verspricht audiophile Qualitäten mit allen Arten von Silberscheiben und sogar als Netzwerkplayer für Audio und Video – egal ob analog oder digital wiedergegeben. i-fidelity.net wurde neugierig und bestellte ein Exemplar zur eingehenden Prüfung.

Eigentlich ist die Bezeichnung »UD« für Universal-Disc-Player von Marantz für dieses Gerät fast schon untertrieben. Wie schon die Vorgänger-Generation basiert der UD7007 wieder auf dem Referenzdesign von MediaTek, einem von vier Herstellern, die sich mit dieser hochkomplexen Architektur auskennen und ist damit sicher mehr als nur ein Scheibendreher. Beim UD7007 stimmt das Label »Universal«, denn dieser Marantz spielt  alles, was silbern glänzt und ein kreisrundes Loch im Zentrum besitzt: von der einfachen CD bis zur SACD und von der guten alten DVD-Video und ihrer audiophilen Schwester DVD-Audio bis zur modernsten Blu-ray-Disc mit allen Features von Java über Internetzugang via BD-Live bis zu den neuesten 3D-Scheiben.

Der UD7007 verdaut darüber hinaus auch praktisch alle gängigen Audio- und Video-Formate, die per USB oder das lokale Netzwerk angeliefert werden. Wem das noch nicht reicht, dem streamt der Marantz auch noch Filme aus dem Internet. Das geht derzeit zwar nur via Youtube, aber die Online-High-Definition-Videotheken Netflix und Vudu sind technisch bereits integriert, obwohl beide Dienste bislang in Deutschland noch nicht angeboten werden. Wem angesichts dieser Möglichkeiten in Sachen Programmauswahl mit dem UD7007 langweilig wird, dem ist wohl kaum mehr zu helfen.

Zunächst zur Hardware

Marantz liefert den UD7007 im hauseigenen Silber-Gold-Ton oder in Schwarz. Die geschwungene Metallfront wirkt dezent und edel. Die Tastengruppen um das kristallklare, große und noch aus mehreren Metern gut ablesbare Display erinnern in ihrer Anordnung an die audiophilen SACD-Spieler aus gleichem Haus. Nur die Taste für die HDMI-Auflösung und die lange, sehr lange Liste von Logos erinnern daran, dass es sich um einen Blu-ray-Universal-Player handelt. Und wer genau hinschaut, dem fällt noch die USB-Buchse auf. Das moderne Gerät identifiziert man rückseitig viel leichter. Neben der Netzbuchse und den Marantz-typischen Steueranschlüssen gibt es zwei HDMI-Ausgänge, einen Netzwerkanschluss und einen digitalen Cinch-Ausgang sowie zwei analoge Stereo-Ausgänge in Cinch und symmetrisch als XLR. Analoge Video-Ausgänge hat Marantz ebenso wie viele andere Hersteller abgeschafft.

Doppeltes Lottchen: Sowohl HDMI als auch analoges Stereo bietet der UD7007 doppelt. Die HDMI-Ausgänge lassen sich parallel betreiben. Die symmetrischen Stereo-Ausgänge lassen sich im Menü in der Polarität invertieren.

Das Gehäuse wirkt, hebt man den UD7007 an, ungewöhnlich schwer und steif. Das liegt zum einen am relativ dicken Blech, aber auch daran, wie exakt es gearbeitet wurde. Der Boden besteht aus einer mehrschichtigen Lage von Blechen. Dieses Sandwich macht das Fundament nicht nur schwerer, es dämpft auch mechanisch besser als ein einzelnes dickes Blech. Natürlich schauten die Tester auch unter die Haube des UD7007. Eine ganze Batterie von Blechschrauben galt es hierfür zu lösen. Im Innern präsentiert sich der Player, wie von Marantz nicht anders gewohnt, aufgeräumt und nach Funktionsgruppen geordnet. Das Laufwerk sitzt gekapselt unter einer eigenen Blechhaube, und die Elektronik der Front mit ihrem potentiell Störfelder generierenden Matrix-Display trennt ebenfalls ein Montageblech schirmend von der Audio-Sektion.

Über allem thront die Analog-Sektion

Sie beginnt mit der lokalen Netzstabilisierung mit hochkapazitiven Kondensatoren auf der Stromseite und mit der Digital-zu-Analog-Wandlung mittels bewährtem Texas Instruments PCM1795-Chip. Der verarbeitet Signale bis 192 Kilohertz und Quantisierungstiefen bis 32 Bit, aber nicht nur das: DSD-Signale von der SACD kann er direkt und ohne Umwege verarbeiten. Vom Wandlerchip geht es symmetrisch weiter in die diskret aufgebauten HDAM-Schaltungen, ein Marantz-Patent, das funktional Operationsverstärker ersetzt, aber höhere Bandbreiten und bessere Störabstände gewährleistet als die Standardschaltungen. Direkt vor den Buchsen sitzen dann wiederum mit diskreten Transistoren aufgebaute Ausgangstreiber, die für genügend Schub sorgen, selbst bei längeren Anschlusskabeln. Mehr geht nicht.

Marantz' neue Fernbedienung unterscheidet sich nur minimal von den Vorgängern. Die Tastengruppen sind leicht zu erfühlen und logisch angeordnet, viele Direkttasten ersparen ein häufiges Aufsuchen der Menüs, was es einem insbesondere beim reinen Musikhören mit dem UD7007 erspart, den Fernseher einschalten zu müssen. Die am häufigsten  gebrauchten Tasten heben sich weiß vor der dunklen Oberfläche im gebürsteten Alu-Look ab. Die Grundfunktionen für Verstärker wie Eingangswahl, Lautstärke und Mute lassen sich ebenfalls fernsteuern und ersparen daher beim Bedienen des Players den Griff zur zweiten Fernbedienung. Praktisch.

Etwas weniger praktisch sind die Einschränkungen, die Marantz in Sachen Fernbedienung mit anderen Mitteln bislang nicht beseitigen konnte. So lässt sich der Player via Marantz Remote App, die es für Apple- und Android-Geräte kostenlos gibt, nur indirekt steuern. Und dazu benötigt man einen aktuellen Marantz- (oder Denon-) AV-Verstärker. Dieser empfängt dann die Befehle und leitet sie per CEC-Protokoll in der HDMI-Leitung an den Player weiter. Alleine im Netz meldet sich der UD7007 auch nicht als DLNA- oder UPnP-Renderer an, man kann ihm also nicht direkt von einer Netzwerk-Player-App steuern. Will man etwas vom lokalen Netzwerk spielen, muss man dies mit der eigenen Infrarot-Fernbedienung kontrollieren und mit dem dafür angenehm übersichtlichen und flott agierenden Bildschirmmenü des Marantz erledigen. Das aber ist kein Marantz-typisches Problem, praktisch alle auf MediaTek-Chipsätzen basierenden Player handhaben das so.

Die Analogplatine des UD7007 erhält ihr digitales Signal vom Dekoder. Der D/A-Wandlerchip PCM1795 (unten im Bild) verarbeitet neben PCM auch das DSD-Signal der SACD. Das resultierende Analogsignal durchläuft in zwei Signalpaaren eine Verstärkung in diskret aufgebaute HDAM-Module (Mitte), ein Marantz-Patent, das eine größere Signalbandbreite bietet als die üblichen Operationsverstärker. Schließlich übergeben mit diskreten Transistoren aufgebaute Ausgangstreiber das Signal an die Buchsen.
Handlich: Die Player-Fernbedienung wirkt mit ihrer gebürsteten Alu-Oberfläche edel. Die wichtigsten Tasten werden durch ihre weiße Farbe hervorgehoben. Praktisch, dass man den Verstärker in Sachen Lautstärke mitbedienen kann.

Ein Paradies für Entertainment-Daten

Dafür entschädigt der UD7007 mit einer schier unglaublichen Menge an Dateiformaten, die er von Scheibe, USB oder per Netzwerk zu verarbeiten in der Lage ist. Wie bereits erwähnt, spielt er alle nur erdenklichen Audio- und Video-Scheiben und die audiophilen Varianten DVD-Audio und SACD, selbstverständlich auch in Mehrkanal. Alles, was in Surround abgespielt wird, liegt auf 2.0 heruntergemischt auch am analogen Ausgang an. Musik-, Foto- und Videodateien darf man auf CD oder DVD anliefern, auf einem USB-Medium (FAT oder sogar NTFS formatiert) bereitstellen oder eben per Netzwerkkabel senden. Alle gängigen Archivformate von MP3, AAC über WMA bis hin zu Mehrkanal-Aufnahmen von Flac und WAV spielt der Marantz ab, er verarbeitet Musik bis 192 Kilohertz und spielt nebenher eben JPEG-Fotos und die gängigsten Videoformate in den üblichen Containern wie AVI, MKV, AVCHD und so weiter. Speicherkarten direkt aus der Kamera liest er problemlos mittels Kartenleser mit USB-Anschluss. Verblüffend ist die Qualität, die der integrierte Youtube-Client in Sachen Bildqualität bietet. Es ist wirklich erstaunlich, wie störungsarm und scharf fast alle Videos damit auf der Mattscheibe erscheinen.

Die Player-eigenen Menüs folgen auch bereits seit zwei Generationen dem gleichen, durchdachten Schema. Das Setup ist klar gegliedert und bereitet wenig Rätsel. Es gibt kaum Schnickschnack, was die Übersicht erhöht. Nur wenige, spezifische Besonderheiten finden sich im Voreinstellmenü, etwa die schaltbare Umkehr der Polarität am symmetrischen Ausgang. Die Werkseinstellungen für Video- und Audio-Modi sind sinnvoll und für 99 Prozent aller potentiellen Anwender auch genau so nutzbar. Lediglich die »Dynamikkompression« sollte man für HiFi- und Heimkino-Einsatz tunlichst ausschalten. Die ist ab Werk, wie bei den meisten Playern praktisch aller Marken, aktiviert, um beim kleinen Lautsprecherchen in den heutigen Flachbildfernsehern keinen Schaden anzurichten, wenn man den Player direkt dort anschließt.

Mit Informationsanzeigen gibt sich der Marantz eher sparsam. So sieht man bei SACD oder CD-Text keinerlei Einblendungen für Titel etcetera, und bei der Musikwiedergabe wurden zwar nicht alle Cover der üblichen Testdateien dargestellt, aber immerhin die Metadaten. Recht pfiffig gelang das Kontextmenü, insbesondere für Blu-ray-Wiedergabe. Möchte man beispielsweise einen Regiekommentar, wie er auf vielen Discs enthalten ist, zum laufenden Film eingeblendet verfolgen, dann funktioniert dies normalerweise nicht, wenn der Player auf Bitstrom-Weitergabe steht. Dann nämlich hört man nur den Filmton, der Regisseur bleibt stumm. Im Option-Menü lässt sich der UD 7007 aber temporär auf »Mixed-Audio« stellen und schon klappt das.

Audiophiler geht es bei Blu-ray-Playern nicht

Im praktischen Hörtest fiel wie schon beim Funktionstest angenehm auf, wie schnell das Marantz-Laufwerk Scheiben aller Art einliest. Nach rund zehn Sekunden gab es von jedem Medium bereits Programm. Im digitalen Durchgang musste er zunächst Bild- und Tonqualität beweisen. Am Bild gibt es praktisch nichts auszusetzen. Skalierung und Halbbild-zu-Vollbild-Wandlung zeigen ein auch für große Leinwände taugliches scharfes und dabei ruhiges Bild, selbst von der DVD. Der digitale Ton klingt vergleichsweise dicht und detailreich und dabei wunderbar aufgeräumt und dynamisch. Das spiegeln auch die beiden analogen Ausgänge wider. Dabei klingen Cinch und XLR praktisch identisch, was nicht verwundert, werden sie doch von identischen Ausgangsschaltungen angetrieben. Entsprechend energiereich tönen auch beide: tonal eher auf der warmen Seite mit wunderbar tiefem, sattem und dabei kontrolliertem Bass und wieder wunderbar aufgeräumter, tiefer Raumabbildung. Audiophiler geht es aktuell bei Blu-ray Playern nicht, zumindest nicht, wenn man nicht bereit ist, ein ganzzahliges Vielfaches zu investieren.

Messwerte Universalplayer Marantz UD 7007

Verzerrungen:

Klirrfaktor (THD+N):   0,0016 %
IM-Verzerrungen (SMPTE):   0,0024 %  
IM-Verzerrungen (CCIF):  0,0004 %

Störabstände:
Fremdspannung (20 kHz):   -113,7 dBr
Fremdspannung (250 kHz):   -101,7 dBr
Geräuschspannung (A-bewertet):   -116,6 dBr

Wandlerlinearität:

-50 dB:   0,01 dB
-60 dB:   0,01 dB
-70 dB:   0,011 dB
-80 dB:   0,012 dB
-90 dB:   0,013 dB

Sonstige:
Ausgangsspannung:   4,33 V
Kanaldifferenz:   0,05 dB
Ausgangswiderstand:   218 Ω

DC-Ausgangs-Offset:   0,7 mV

Stromverbrauch:
Stand-by:   < 1 W
Leerlauf:   13W

 

Laborkommentar

Der Marantz UD7007 machte auch im Messlabor mit CD-Daten (16 Bit / 44,1 kHz) eine erstklassige Figur. Der Klirrfaktor liegt nahe am technisch Machbaren, noch überzeugender sind allerdings die Störabstände. Der Geräuschspannungsabstand von -116,6 dB markiert einen neuen Laborrekord und verdient das Prädikat »High End«. Das Störspektrum ist einmalig sauber, das sieht man so nicht alle Tage. Die Ausgangsspannung der symmetrischen Ausgänge beträgt 4,33 Volt, der Ausgangswiderstand liegt bei 218 Ohm. Toll gemacht, Marantz.

 

 

Das Setup-Menü gliedert sich logisch und übersichtlich. Es spricht auch verständliches Deutsch.
Das Bildschirm-Menü des Streamers gestaltet sich schlicht und klar. Suchlauf und Springen beherrscht er wie ein klassischer CD-Spieler.
Praktisch: Im Option-Kontextmenü lässt sich temporär zwischen Bitstrom- und Mixed-Audio umschalten, um wie in diesem Falle den Regiekommentar von Joss Whedon zu seinem Film »Serenity« anhören zu können. Bei anderen Abspielern hört man nur den Hauptfilm und müsste zunächst den Player im Setup auf PCM umkonfigurieren.

Hersteller:   Marantz
Typenbezeichnung:   UD7007
Kategorie:   Universal-Player

Kompatibilität:   CD/SACD/DVD/DVD-A/Blu-Ray Disc
BD-Live
Interner Speicher für BD-Live (1Gb)
Audio/Video-Streaming aus dem Netzwerk
Audio-Exclusive-Modus
Quick Start-Modus
Video Scaling an HDMI:    bis zu 1080P
Kompatibilität mit komprimiertem Audio: WMA/MP3    
Mehrsprachiges OSD
DSD von SACD via HDMI
Mehrkanal Down-Mix:   DD/DTS/SACD

CD-Kompatibilität:   CD/CD-R/RW/HDCD/SA-CD
DVD-Kompatibilität: DVD-V/DVD-A/DVD-R/DVD-RW (video)/DVD+R/RW/AVCHD/DivX HD/DivX6/DivX Ultra/MP3/AAC/WMA
Fotodisc-Kompatibilität:   JPEG/Picture CD

  • Deep-Color-Unterstützung
  • 3D Video-Unterstützung
  • CEC-Steuerung
  • DLNA zertifiziert
  • UpnP zertifiziert


Eingänge/Ausgänge
2 x HDMI    
Analogausgang:   Clinch und XLR (Stereo)
USB
Ethernet
Marantz-Fernbedienungsbus

Abmessungen (B x H x T):
   44 x 11 x 31 cm
Gewicht:   6,5 kg

Preis:   1.199 Euro
Garantie:   24 Monate

 

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Hakenbusch 3
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Der Marantz UD7007 zielt in Sachen Ausstattung und Verarbeitung ganz eindeutig auf die Freunde des audiophilen Genusses, die möglichst mit einer Quelle ihre gesamte Diskothek und Datensammlung auf wirklich sehr hohem Niveau verarbeiten wollen. Mit diesem Player gelingt das phänomenal gut. Der UD7007 ist leise, schnell und eben extrem universell. Mit zwei HDMI-Ausgängen und feinen XLR-Stereo-Anschlüssen für die klassische High-End-Stereoanlage ist er für alle Anforderungen gewappnet. Setzt man Qualität und Preis in Relation, dann ist der Marantz UD7007 ein Schnäppchen.   Raphael Vogt

Marantz UD7007
Preis: 1.199 Euro
Garantie: 2 Jahre

TEST

Blu-ray Player:
Marantz UD7007
Autor:
Raphael Vogt
Datum:
22.10.2012
Hersteller:
Marantz