Dalis Einsteiger-Lautsprecherserie Zensor hat bereits in zwei Tests auf i-fidelity.net bewiesen, dass sie klanglich alles andere als Billigheimer sind. Nun hat sich die Redaktion ihr Zusammenspiel als Surroundanlage angeschaut. Spielen die Modelle harmonisch miteinander?

Respektable 1.814 Euro, so viel kostet das Set aus Dalis Zensor-Lautsprechern, die die Tester kombinierten. In der edlen weißen Ausführung, die Dali der Redaktion sandte, sind sie etwas teurer und schlagen mit 1.990 Euro zu Buche. Das ist mehr als bescheiden für die Materialmenge, die man dafür bekommt. Schon beim Auspacken stellt man fest,  dass die Boxen trotz Einsteiger-Preisklasse erstaunlich edel verarbeitet sind und Dali offenbar keine Sparmaßnahmen vorgenommen hat. Und wie bei allen Serien des dänischen Lautsprecherherstellers lässt sich auch aus allen Modellen der Zensor-Familie ein Surround-Set beliebig kombinieren.

Die Redaktion verständigte sich auf eine für deutsche Kunden recht typische Kombination aus den größten Standlautsprechern Zensor 7 für ordentlichen Bumms bei der Stereowiedergabe selbst ohne Subwoofer, dem obligatorischen Center-Lautsprecher Zensor Vokal und, weil sie so schön kompakt sind und gleich einen praktischen Wandhalter integriert haben, den kleinsten Kompaktboxen Zensor 1. Die haben die Redaktion, wie schon die Zensor 7, bereits im Einzeltest auf das Positivste überrascht. Für den Durchzug untenrum sorgte der Subwoofer der Zensor-Serie, der Sub E-12 F, mit seiner wulstig aufgehängten Metallmembran.

Fast unglaublich wirken für das verwöhnte Auge die Verarbeitungsdetails für diese Preisklasse. So eine Zensor 1 kostet gerade einmal 129 Euro. Dafür gibt es komplett versenkte Chassis, einen Tieftöner mit extra Zierring, eine versenkte Gewebekalotte mit mit Hornansatz zur Kontrolle der Richtwirkung und ein versenktes Anschlussfeld mit ordentlichen Messing-Schraubkontakten, die auch noch isoliert sind. Die Verarbeitung des Gehäuses mit der abgesetzten Front wirkt makellos. Und dort ist nicht einfach eine Nut eingefräst: Die Frontplatte ragt mit einer gerundeten Kontur oben und seitlich etwa einen Millimeter über den Korpus hinaus. Die Bespannung sitzt passgenau mit Kunststoffstiften wackel- und klapperfrei luftig abgesetzt vor der Front. Alle Reflexöffnungen sind aerodynamisch günstig gerundet, um Strömungsgeräusche zu mindern. Die Standlautsprecher scheinen gar über dem Boden zu schweben. Gerade in der weißen Ausführung könnte das Design mit dem Metallrahmen als Fuß und dem scheinbar schwerelosen, schlichten Quader aus dem »Bauhaus« stammen, und damit meinen wir nicht den gleichnamigen Baumarkt.

CW-Werte spielen eine Rolle

Der Subwoofer bietet das gleiche Verarbeitungsniveau und ebenfalls die scheinbare Suspension. Auch ihm liegen je ein Quartett Gummiklebefüße und ein Set Schraubspikes für den Metallfuß bei. Seine riesige Reflexöffnung mit strömungsgünstig progressivem Radius schießt gen Boden. Das große 30-Zentimeter-Chassis strahlt nach vorn und sitzt hinter einer runden Abdeckung, die magnetisch haftet. Die riesige, supersteife Alumembran erlaubt dank der fast fleischwurstdicken Gummisicke enorme Auslenkungen.

Den Antrieb für die mit 26,5 Millimeter recht lange Schwingspule bietet eine Endstufe, die dauerhaft 170 Watt locker macht und kurzfristig nochmal 50 drauflegen kann. Es gibt einen richtigen Netzschalter und einen kleinen Schiebeschalter für wahlweise Dauer-Stand-by, automatische Einschaltung per Musiksignal und Dauer-An. Ein Phasenschalter invertiert bei Bedarf die Membranbewegung. Ein Drehreglerpaar justiert Pegel und die obere Grenzfrequenz. Neben den zwei üblichen Cincheingängen gibt es einen mit LFE beschrifteten Eingang, der ungefiltert ist und das fertig gefilterte Signal aus einem Surroundverstärker entgegennimmt.

Viel Bewegung für viel Klang?

Nach der äußerlichen Begutachtung wuchteten die Tester das dänische Sextett ins Testkino. Die Kombination verspricht gut zusammenzuspielen, denn alle Lautsprecher verwenden die selben Hochtonkalotten und die gleichen Papiermembran-Koni, diese nur eben in verschiedenen Dimensionen. Auch die mit je zwei Koni bestückten Standlautsprecher und der Vokal-Center arbeiten wie die kleine Regalbox als Zweiwege-Konstruktion und bieten damit sogar eine ähnliche Filterung in der Frequenzweiche. Andererseits ergibt sich durch die Kombination der größten Membranen in den Frontlautsprechern und den kleinsten der Serie ein mögliches Ungleichgewicht in der akustischen Potenz und der Impulswiedergabe der Lautsprecher. Die Potenz lässt sich durch geschicktes Filtern im Bassmanagement des AV-Verstärkers gut kompensieren, denn man kann ja die langwelligen, tiefen Frequenzen, die nach mehr Membranfläche rufen, auf den Subwoofer umlenken.

Nach sorgsamer Verkabelung mit den Oehlbach-Lautsprecherkabeln Twinmix und einer langen NF-Strippe 214 zum Subwoofer konnte es losgehen. Das Audyssey XT32 des frisch upgegradeten Denon AVC-A1HD kümmerte sich nach fünf gemittelten Messungen um den Abgleich und kam zu dem wenig überraschenden Schluss, dass die kleinen Dalis alle ungefähr gleich laut spielen und tonal ähnlich klingen. Da die Akustik des Testkinos dank akustischer Maßnahmen von RTFS auch keine größeren Probleme mehr aufweist, konnten die Tester nach kurzer Verifizierung die Equalizer des Audysseys getrost abschalten. Tipp: Probieren Sie das selbst einmal – und  schalten Sie die EQs ab. Ändert sich das Klangbild signifikant, dann besteht noch ein deutliches Problem mit Ihrer Akustik oder der Positionierung Ihrer Lautsprecher. Doch zurück zum Zensor-Test. Am ausgewogensten klang die Bühne mit parallel ausgerichteten statt angewinkelten Frontlautsprechern.

Nachtigall, ick hör Dir trapsen

Schon wenige Takte des ersten Musikstücks ließen Erinnerungen an den Test der Ikon-Mk2-Serie aufkommen. Das Klangbild tendiert zur Klarheit und Kontur. Nur erreichten die clever designten Gewebekalotten nicht ganz die Auflösung des Bändchen-Hybrid-Hochtöners der Ikon, aber die Höhen strahlten sehr mühelos und ohne jede Schärfe. Das kam der »XXL«-Aufnahme der Big Phat Band über DVD-Audio in 96 Kilohertz und 24 Bit in Surround sehr zugute, denn gerade die fetzigen Holz- und Blechbläser der Big Band, die im 360-Grad-Panorama um den Hörer stehen, können sonst sehr schnell nervig wirken.

Für Zufälle hat im Hause Dali niemand etwas übrig. Auch jedes Pärchen Zensor wird auf seine einwandfreie technische Funktion vor Verlassen des Hauses sorgfältig geprüft.
Das Anschlussfeld des Zensor E-12 F ist klar und übersichtlich gestaltet. Seine korrekte Einstellung wird dadurch erleichtert.

Keine Spur davon mit den Dalis. Noch etwas fällt für Lautsprecher dieser Preisklasse schnell auf: Die Instrumente lösen sich mühelos vom Korpus der Lautsprecher und stehen frei im Raum. Das fällt selbst deutlich teureren Boxen oft schwer. Und weiter geht es mit dem Lob, denn spielten links und rechts ausgewachsene Standlautsprecher, bliesen die Hörner im Surround ja aus winzigen Regallautsprecherchen. In Kombination mit dem Bassmanagement des Denon-Amps, dessen Audyssey die Minis bei 80 Hertz trennte und deren Tiefbass auf den Subwoofer umleitete, ließen die Instrumente im Surround weder Körperhaftigkeit vermissen noch verschoben sie sich in Dimension oder tonaler Balance.

Das galt auch für den Center, der sich vergleichsweise nahtlos in die Bühne einpasste und beispielsweise ein wunderbar klares Saxofon imitierte. Die Zensor-Kombination spielte tatsächlich wie aus einem Guss und erfüllte damit die Hoffnungen der Tester. Spielte die Big Phat Band in annähernder Originallautstärke, bewegte sich auch die pizzatellergroße Subwoofermembran deutlich sichtbar im Rhythmus der Bassdrum. Erstaunlich, welchen Pegel die doch recht kompakten Lautsprecher entwickeln und dabei erfreulich spät zu komprimieren beginnen, ohne gleich ätzend zu verzerren. Zensor mit dynamisch anspruchsvoller Musik in Surround: Top.

Und das Kino zuhause

Zeit, einen Film einzulegen. Die Tester beginnen gerne mit der Titelsequenz des Science-Fiction-Films »Serenity«. Sie beginnt mit dezenter Countrymusik und endet mit einer Raumschiff-Notlandung. Man folgt dem Captain beim Gang durch das Schiff, das beim Sturz durch die Atmosphäre metallisch knarzt und abgrundtief rumpelt, und lernt dabei die Crew kennen. Ungeschützte Lautsprecher oder Subwoofer überfordert der bis ins Subsonische reichende Tieftonpegel dieser Sequenz schon bei Zimmerlautstärke. Die Zensor-Modelle ließ die Sequenz hingegen relativ kalt, die Entwickler bauten hier gute Filter ein.

Mit vollem Bassmanagement und entsprechendem Arbeitsaufkommen durfte sich der Subwoofer hier abmühen und kam dabei erst bei erfreulich hohen Lautstärken ins Schwitzen. Die Raumabbildung des Schiffsinneren bildete das Set wunderbar bruchlos und geschlossen ab, so dass man wirklich das Gefühl hatte, mit dem Captain durch die Gänge zu laufen. Auch die Dialoge litten nicht unter dem Inferno des durchgeschüttelten Rumpfes. Der Subwoofer erreichte nicht ganz die Fülle und das Volumen des sensationellen Ikon Sub MK2, spielte aber mehr als adäquat präzise und dynamisch und vor allem ohne Störgeräusche  oder lästig zu komprimieren. Da haben die Dali-Ingenieure ganze Arbeit geleistet.

Dali Zensor 7

Gehäusekonstruktion:   Bassreflex
Bestückung:   2 x 18-cm-Tiefmitteltöner, 1 x 25-mm-Gewebekalotte,
Übergangsfrequenzen:   2.400 Hertz
Anschlussterminal:    Single-Wiring

Abmessungen (B x H x T):   25,7 x 99,4 x 32 Zentimeter
Gewicht per Stück:   15 Kilogramm

Stückpreis:   379 Euro
Weiß:   419 Euro

 

Dali Zensor 1

Gehäusekonstruktion:   Bassreflex
Bestückung:   13-cm-Tiefmitteltöner, 1 x 25-mm-Gewebekalotte
Übergangsfrequenzen:   2.900 Hertz
Anschlussterminal:    Single-Wiring

Abmessungen (B x H x T):   16,2 x 27,4 x 22 Zentimeter
Gewicht per Stück:   4,2 Kilogramm

Stückpreis:   129 Euro
Weiß:   139 Euro

 

Dali Zensor Vokal

Gehäusekonstruktion:   Bassreflex
Bestückung:   2 x 13-cm-Tiefmitteltöner, 1 x 25-mm-Gewebekalotte
Übergangsfrequenzen:   2.400 Hertz
Anschlussterminal:    Single-Wiring

Abmessungen (B x H x T):   44,1 x 16,1 x 28,8 Zentimeter
Gewicht per Stück:   6,8 Kilogramm

Verkaufspreis:   249 Euro
Weiß:   275 Euro

 

Dali Sub E-12 F

Gehäusekonstruktion:   Bassreflex
Bestückung:   1 x 30-cm-Tieftöner
Übergangsfrequenzen:   40 - 120 Hertz variabel, LFE-Eingang ungefiltert
Anschlussterminal:    1 x Stereo-Cinch, 1 x LFE-Cinch

Abmessungen (B x H x T):   34 x 37 x 38 Zentimeter
Gewicht per Stück:   14,7 Kilogramm

Preis:   549 Euro
Weiß:   599 Euro

 

 

Dali GmbH
Berliner Ring 89
64625 Bensheim

Tel:   0 62 51 / 9 44 80 77
Fax:   0 62 51 / 9 44 80 75


Internet:   www.dali-deutschland.de

Facebook:   www.facebook.com/DaliLautsprecherDeutschland?fref=ts

Mit der Zensor-Serie zeigen die Dali-Entwickler einmal mehr, dass sie ihr Handwerk wirklich beherrschen. Trotz der Extremkombination aus den größten Standlautsprechern Zensor 7 mit den kleinsten Regalböxchen Zensor 1 sowie dem Center Zensor Vokal und dem Subwoofer E-12 F spielte das Set wunderbar bruchlos zusammen. Das dürfte für alle nur erdenklichen Kombinationen der Zensor-Serie gelten. Tonal spielen die Zensors eher auf der hellen als der wuchtigen Seite der tonalen Balance, ohne dabei dünn zu wirken. Die Stärken liegen in der Raumabbildung und dem wunderbar vom Lautsprecherkorpus gelösten Klang, für den – und das darf man kaum laut sagen – in Relation betrachtet, zu wenig Geld verlangt wird.   Raphael Vogt

Dali Zensor Surround      
Dali Zensor 7      
Paarpreis: 758 Euro      
       
Dali Zensor 1      
Paarpreis: 258 Euro      
       
Dali Vokal      
Preis: 249 Euro      
       
Dali Zensor E-12 F      
Preis: 549 Euro      
Garantie: 5 Jahre      

TEST

Lautsprecher:
Dali Zensor-Surround-Set
Autor:
Raphael Vogt
Datum:
14.05.2012
Hersteller:
Dali